13,1 Millionen NRW-Bürger sind aufgerufen, am Sonntag ihre Stimme abzugeben und den neuen Landtag zu wählen.

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Am Sonntag wählen die Bürger in Nordrhein-Westfalen ihre Landtagsabgeordneten. Wie läuft die Wahl ab, wie werden die Stimmen ausgezählt und wie teuer ist eigentlich so eine Landtagswahl? Wir geben einen Überblick.

Wahlberechtigte

Rund 13,1 Millionen Bürger haben von den Kommunen ihre Wahlbenachrichtigung per Post bekommen, darunter 840 000 Erstwähler. 2012 waren es noch knapp 13,3 Millionen Wahlberechtigte. Wählen dürfen deutsche Staatsbürger, die mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens 16 Tagen in NRW leben. Ein Versuch von SPD, Grüne und Piraten, das Wahlalter wie bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre zu senken, scheiterte. Erstmals dürfen auch Bürger wählen, die in allen Bereichen gesetzlich betreut werden – das können Menschen mit geistiger Behinderung, einer psychischen oder einer Demenz-Erkrankung sein. In NRW sind das 21 500.

Brief- und Sofortwahl

Bis 2. Mai haben bereits 1,6 Millionen Bürger und damit 12,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme per Brief- oder Sofortwahl abgegeben. „Einen aktuelleren Stand haben wir noch nicht“, sagte Oberamtsrat Lutz Geuer am Freitag auf Nachfrage. „Es werden aber sicherlich bis heute deutlich mehr sein.“ 2012 haben knapp zwei Millionen NRW-Bürger per Brief gewählt.

Wahlhelfer

Rund 110 000 Wahlhelfer sind am Wahlsonntag in etwa 15 500 Wahllokalen in NRW aktiv. Sie bekommen von den Kommunen mindestens 28 Euro Aufwandsentschädigung – bei den meisten Städten in der Region liegt das „Erfrischungsgeld“ bei 45 bis 70 Euro.

Wahlkreise

Im Schnitt leben in jedem der 128 Wahlkreise rund 124 000 Wahlberechtigte. Weicht diese Zahl mehr als 20 Prozent vom Durchschnitt ab, werden die Kreise neu zugeschnitten. Davon waren zu dieser Wahl sieben Wahlkreise betroffen, unter anderem in Essen und Duisburg.

Kandidaten und Parteien

Zur Wahl treten an: SPD (Spitzenkandidatin Hannelore Kraft), CDU (Armin Laschet), Grüne (Sylvia Löhrmann), FDP (Christian Lindner), AfD (Marcus Pretzell), Linke (Özlem Alev Demirel und Christian Leye), die Piraten (Michele Marsching) sowie 24 kleinere Parteien. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man den Direktkandidaten im Wahlkreis – den Wahlkreis gewinnt, wer die meisten Stimmen erhält. Landesweit finden sich 967 Kandidaten auf den Stimmzetteln – auch Parteilose. Mit der Zweitstimme wählt man eine der 31 Landeslisten der Parteien und beeinflusst damit die Stärke einer Partei im Landtag. Es ziehen nur die Parteien ins Parlament, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen gewinnen.





Auszählung

Um 18 Uhr schließen am Sonntag die Wahllokale. Dann zählt der Wahlvorstand nach dem Vier-Augen-Prinzip die Stimmen aus und gibt das Ergebnis telefonisch an die Gemeinde. Dort werden die Ergebnisse zusammengefasst und an die Kreiswahlleiter gemeldet. Diese stellen die Ergebnisse im Wahlkreis zusammen und melden sie an die Landeswahlleitung. In der Wahlnacht erstellt diese aus allen Meldungen das vorläufige Wahlergebnis, das in der Regel frühestens nach Mitternacht feststeht.

Überhang- und Ausgleichsmandat

Seit 2005 ist die Zahl der Sitze im Landtag auf mindestens 181 gesetzlich festgelegt. Neben den Direktkandidaten aus den 128 Wahlkreisen ziehen mindestens 53 Abgeordnete über die Zweitstimme ins Parlament. Weitere Sitze können durch Überhang- und Ausgleichsmandate hinzukommen. Überhangmandate entstehen, wenn Parteien über die Direktmandate mehr Sitze im Landtag erhalten würden als ihnen über die gewonnenen Zweitstimmen zustünden. Um diese auszubalancieren, erhalten die anderen Parteien Ausgleichsmandate, bis das Verhältnis zum Zweitstimmenanteil hergestellt ist. Nach der Wahl 2012 entstanden so 23 Überhang- und 33 Ausgleichsmandate. Die Zahl der Landtagsabgeordneten muss ungerade sein.

Finanzierung der Parteien

Die Parteien profitieren auch finanziell von ihren Wählern: Für jede gültige Stimme erhalten die Parteien bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen bis zu einer Gesamtzahl von vier Millionen Stimmen einen Euro. Für jeden weiteren Wähler bekommen sie 83 Cent. Dabei werden die Stimmen aller Wahlen in einem Jahr zusammengezählt. Diese staatliche Teilfinanzierung darf aber nicht die Summe überschreiten, die die Parteien jährlich selbst über Spenden hereinholen, und ist bei rund 160 Millionen Euro Gesamtvolumen gedeckelt.

Der jetzige Landtag

Der Landtag hat in seiner aktuellen 16. Legislaturperiode 237 Mitglieder, davon 70 weibliche. Den höchsten Frauenanteil hat die Grünen-Fraktion mit 50 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Abgeordneten liegt bei 48 Jahren. Mit durchschnittlich 52 Jahren bildet die CDU die älteste Fraktion, die Piraten sind mit durchschnittlich 43 Jahren die Jüngsten.

Original http://www.wp.de/politik/was-die-waehler-wissen-sollten-id210552965.html

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